UN bestätigt Handelsfinanzierungslücke von 1,6 Billion US-Dollar

04.07.2017

Die Internationale Handelskammer (ICC) begrüßt, dass die Vereinten Nationen (UN) bei ihrer jährlichen Bewertung der Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung die geschätzte Handelsfinanzierungslücke von 1,6 Billion US-Dollar anerkannt haben.

In ihrer Erklärung unterstreichen die UN, wie wichtig eine angemessene und kosteneffiziente Handelsfinanzierung insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist. Bei der Deckungslücke verweisen sie auf Untersuchungen der ICC und der Asiatischen Entwicklungsbank. Nach dem Austausch mit der ICC und nationalen Regierungen wollen die UN nun diese Lücke näher untersuchen. Die Ergebnisse sollen in den jährlichen Fortschrittsbericht zum Thema "Mobilisierung von Finanzmittel zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung" einfließen, der im April 2018 veröffentlicht wird.

"Die Untersuchung der von der ICC festgestellten Handelsfinanzierungslücke durch die UN ist ein erster, notwendiger Schritt. Eine zeitnahe Lösung wäre ein wichtiger Beitrag zur UN-Nachhaltigkeits-Agenda 2030. Wer Wachstum in den Schwellenländern fördern will, muss sicherstellen, dass die dortigen Unternehmen ihren Handel auch finanzieren können", sagt Oliver Wieck, Generalsekretär der Internationalen Handelskammer (ICC) in Deutschland. Zum UN-Bericht >>

Zudem wurde nun der aktuelle ICC-Bericht "Rethinking Trade & Finance" veröffentlicht, der unter anderem von der Asiatischen Entwicklungsbank, der WTO, der Weltbank, der Berner Union und der OECD unterstützt wird. Er bestätigt erneut, dass KMU weiterhin Probleme bei der Unternehmensfinanzierung haben.

Knapp 70 Prozent der Banken machen dafür nicht eine allgemeine Kapitalknappheit, sondern neue Compliance-Vorgaben verantwortlich. So wurden unter anderem die Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche-Aktivitäten und Terrorismus-Finanzierung im letzten Jahr deutlich verschärft. Alle Banken erwarten in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren die weitere Digitalisierung der Handels- und Finanzierungsströme, 44 Prozent der Banken wollen künftig ihren Fokus auf Digitalisierung und neue Technologien richten, inklusive FinTech- und Plattform-Angebote.

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