ICC-Studie: Digitalisierung in der Handelsfinanzierung

24.05.2018

Im Mai 2018 wurde die erste Handelsfinanzierung über die Blockchain-Technologie abgewickelt. Der Trend zu neuen Technologien wird bestätigt durch den aktuellen Global Survey der Internationalen Handelskammer (ICC), wonach über 60 Prozent der befragten Banken digitale Instrumente zur Handelsfinanzierung anbieten oder dies zumindest planen.

Das Thema hat für die Banken inzwischen eine hohe Priorität. Immerhin 12 Prozent der befragten Banken bieten bereits digitale Lösungen an, 49 Prozent arbeiten an ihrer Implementierung. 30 Prozent der befragten Banken gaben an, dass die Implementierung erst in ein bis zwei Jahren erfolgen werde, für sieben Prozent steht die Digitalisierung noch nicht auf der Agenda.

Auch 2017 beruhte ein Großteil der Transaktionen von über 9 Billionen US-Dollar auf dem Austausch von Dokumenten. Das Potential zur Digitalisierung bleibt also groß, bei jeder Transaktion könnten bis zu 100 Seiten an Unterlagen eingespart werden. Nach offiziellen Schätzungen zirkulieren aktuell weltweit rund vier Milliarden Unterlagen zu Dokumentenakkreditiven.

Dazu der neue ICC-Generalsekretär John W.H. Denton AO: "Die fortschreitende Digitalisierung der Handelsfinanzierung wird den Handel weiter voranbringen und damit das Wirtschaftswachstum nachhaltig fördern. Unser Global Survey gibt einen unschätzbaren Einblick in die praktischen Erfahrungen und Herausforderungen der Banken. Gleichzeitig versuchen wir, die Vorteile sich wandelnden Technologien zu nutzen und gemeinsame Ziele voranzubringen."

Herausforderungen bei der Handelsfinanzierung
Eine große Herausforderung ist die Vielzahl an Dokumenten und Akteuren wie beispielsweise Banken, Zollbehörden, Verlader oder Versicherer, die bei Transaktionen der Handelsfinanzierung benötigt werden beziehungsweise beteiligt sind. 65 Prozent der befragten Banken betonen, dass bereits heute der Papierverkehr bei der Ausstellung/ Beratung und Abrechnung/Finanzierung bis auf wenige Ausnahmen eingestellt wurde. Eine Ausnahme hiervon bildet die Überprüfung und Verifizierung von Dokumenten: Hier geben 52 Prozent an, dass der physische Dokumentenaustausch weiterhin das Maß aller Dinge sei. Und nur neun Prozent der Banken gehen davon aus, dass die eingeführten technischen Lösungen bislang tatsächlich zu einer Einsparung von Zeit und Kosten führten.

"Die Anpassung der Regeln für die globale Handelsfinanzierung an das digitale Zeitalter wird eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, den Banken die Möglichkeit zu geben, Kapital aus neuen Technologien zu generieren", sagte Olivier Paul, Head of Policy der ICC Banken-Kommission, die im Juni 2017 eine Arbeitsgruppe zur Digitalisierung ins Leben gerufen hat.

"Auf der Basis der ICC-Regeln erfolgen jedes Jahr mehr als 1 Billion US-Dollar an Transaktionen. Jetzt arbeiten wir daran, dass diese Regeln "e-kompatibel" werden und schaffen zugleich eine Reihe von Standards, um die digitale Konnektivität für Handelsfinanzdienstleister zu ermöglichen."

Der jährlich durchgeführte ICC Global Survey Bericht ist der weltweit bedeutendste Bericht über die Handelsfinanzierungsbranche, basierend auf exklusiven Informationen von mehr als 250 Banken in über 90 Ländern. Die Befragungsergebnisse basieren auf Beiträgen international führender Experten im Bereich Außenwirtschaft und Finanzen, darunter aus Weltbank, Boston Consulting Group und der Welthandelsorganisation.

Zum Download der Studie >>

Ansprechpartnerin

Dr. Katrin Rupprecht

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fon: +49 (0) 30 - 200 7363 20

katrin.rupprecht@iccgermany.de

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