ICC-Studie zu Auswirkungen von Handelskonflikten

31.01.2019

US-amerikanische Strafzölle und Gegenmaßnahmen von China und der EU belasten den internationalen Handel. Die ICC hat jetzt gemeinsam mit dem englischen Magazin „The Economist“ eine Untersuchung veröffentlicht, der die negativen Folgen von Strafzöllen auf die Wirtschaft beleuchtet.

In dem Bericht "Aftershock: The pervasive effects of tariff hikes" werden anhand von vergleichbaren Maßnahmen in der Vergangenheit die Effekte von Strafzöllen und Vergeltungsmaßnahmen auf Lieferketten, Export- und Wirtschaftswachstum untersucht. Dabei sind teilweise auch völlig unerwartete Folgen eingetreten.

So führten die im Jahr 2009 erhobenen US-Zölle auf chinesische Reifen zu zusätzlichen Kosten für die US-Verbraucher beim Kauf von Neuwagen. Hinzu kamen chinesische Vergeltungsmaßnahmen im Agrarbereich, die zu Arbeitsplatzverlusten in der US-Landwirtschaft führten. Besonders betroffen waren Haushalte mit geringem Einkommen, die deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden als Haushalte mit höheren Einkommen. Ein weiterer Fall betrifft die Einführung von Antidumpingzöllen der EU auf chinesische Solarmodule, die im Ergebnis dazu führten, dass sich die Strompreise aus regenerativer Energie für die europäischen Verbraucher verteuerten. Auch deshalb wurden die Maßnahmen der EU im September 2018 nicht mehr verlängert und liefen aus.

Der Bericht hebt auch hervor, dass protektionistische Maßnahmen in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Im Oktober 2018 registrierte die Informationsplattform Global Trade Alert insgesamt 781 handelsverzerrende Maßnahmen allein für das Jahr 2018. Davon betrafen knapp 200 die Erhöhung von Zöllen. Neben der Anzahl hat vor allem der Umfang der Maßnahmen zugenommen. Die US-Zollerhöhungen gegenüber China erfassten im vergangenen Jahr Technologiegüter im Wert von 50 Milliarden Dollar, weitere - darüber hinausgehende - Maßnahmen wurden und werden von beiden Seiten angedroht.

"Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die USA und China ihren Handelskonflikt beenden und auf dem Verhandlungswege fragfähige Lösungen erarbeiten", sagt Oliver Wieck, Generalsekretär von ICC Germany.

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Dr. Katrin Rupprecht

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