Uniform Rules for Bank Payment Obligations (URBPO)

Für internationale Unternehmen soll der Zahlungsverkehr effizient sein, sicher erfolgen und möglichst risikoarm sein. Neben den offenen Handelsrechnungen und den klassischen Zahlungssicherungsinstrumenten wie Dokumenten-Akkreditiven, Inkassi und Garantien hat die ICC- Bankenkommission gemeinsam mit SWIFT die "Bank Payment Obligation" (BPO) entwickelt. Diese werden durch die "Uniform Rules for Bank Payment Obligations" (URBPO) geregelt.

Mit der "standardisierten Zahlungsverpflichtungserklärung" soll ein stärker automatisiertes Zahlungssystem aufgebaut werden, das dem fortschreitenden Aufbau länderübergreifender Produktionsnetzwerke und Handelsketten Rechnung trägt. Gleichzeitig wird damit erstmals ein Absicherungsinstrument für offene Handelsrechnungen angeboten.

Erreicht wird dies durch ein Zahlungsversprechen unter Banken (Bank Payment Obligation, BPO), das nach dem erfolgreichen Abgleich elektronischer Daten eingegangen wird. Die BPOs stellen eine Ergänzung zum klassischen Akkreditivgeschäft dar und sollen bei Verkäufern und Käufern gleichermaßen dazu beitragen, zukünftig Transaktionskosten zu senken und Risiken zu minimieren.

Funktionsweise des Zahlungsinstruments

Initiierend sendet der Importeur die Inhalte einer "Purchase Order" (PO) an den Exporteur. An seine Bank stellt der Importeur einen Antrag auf Erstellung einer BPO und übermittelt die Daten der PO. Nun werden die Daten elektronisch mit dem Exporteur und seiner Bank abgeglichen. Sollte eine konforme Dokumentenlage bestehen, werden die Banken über die erfolgreiche Erstellung der Baseline in Kenntnis gesetzt. Nun verschickt der Exporteur die Ware und sendet relevante Daten an seine Bank, welche die Daten in das System einspeist. Beide Seiten erhalten anschließend einen "Matching Report", der auf die konforme Dokumentenlage hinweist. Nach diesem, dem Versand folgenden Datenabgleich ist die BPO im Rahmen der vereinbarten Bedingungen fällig.

Am Ende lässt der Exporteur dem Importeur die Verkaufsdokumente direkt zukommen. Abhängig von den Zahlungsmodalitäten bezüglich des Fälligkeitstages (eine aufgeschobene Zahlung ist möglich), belastet die Importeur-Bank das Konto des Importeurs und übersendet die Fälligkeit an die Exporteur-Bank. Diese schreibt den Betrag auf dem Konto des Exporteurs gut. Die Transaktion ist nun abgeschlossen.

Ausblick

ICC und SWIFT bieten mit den Regeln ein neues Finanzierungsprodukt an, das für Unternehmen zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Der Erfolg des Instruments wird maßgeblich davon abhängen, ob BPOs bei Banken und Kunden gleichermaßen auf Akzeptanz stoßen. Gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheiten auf den Weltmärkten könnte sich eine zusätzliche Absicherung, die den überwiegenden Teil der Handelsgeschäfte betrifft, für alle Seiten als sinnvoll und nützlich herausstellen. Erste Pilotprojekte finden sich in der Umsetzung. Interessierte Unternehmen sollten ihre Banken ansprechen.

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