Handlungsempfehlungen für nachhaltige Entwicklung

Im Jahr 1991 entwickelte die Internationale Handelskammer (ICC) die "Business Charter for Sustainable Development". Diese richtet sich an Unternehmen und wurde anlässlich der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 präsentiert. Aus 16 Prinzipien bestehend und auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit basierend, brachte die ICC-Charta ein Umdenken auf Seiten der Unternehmen und ihrer Verantwortung für die Umwelt zum Ausdruck.

Hintergrund

Die ICC, die die Charta gemeinsam mit ihren Mitgliedern auf globaler Ebene erarbeitet hatte, appellierte an Unternehmen und Verbände weltweit, im Sinne ihrer ökologischen Verantwortung die genannten Prinzipien zu befolgen und ihre Unterstützung für diese Grundsätze öffentlich zum Ausdruck zu bringen. Im Laufe der Jahre haben sich weltweit zahlreiche Firmen den Prinzipien der ICC-Charta angeschlossen und sich durch Unterzeichnung der Charta freiwillig dazu verpflichtet, diese in ihre Unternehmenskonzepte zu integrieren. Unternehmen aller Sektoren und Größen sind dem Aufruf der ICC gefolgt und haben individuell oder in Kooperation beispielhaft gezeigt, wie sich die Wirtschaft stetig weiter in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln kann. Auf diese Weise hat die Charta bis heute vielen Unternehmen eine erste Orientierung beim Aufbau eigener Nachhaltigkeits-Managementsysteme gegeben. Sie wurde in zahlreichen Sprachen veröffentlicht.

ICC-Charta für nachhaltige Entwicklung (2015)

Nach über zwei Jahrzehnten erfolgreicher Implementierung weltweit wurde die ICC-Charta im Jahr 2014 einer Überarbeitung unterzogen und an das weiterentwickelte Verständnis des Nachhaltigkeitsbegriffs angepasst. Globale Megatrends in Form einer wachsenden Weltbevölkerung und sich verknappender Ressourcen fordern herkömmliche Modelle von Wachstum und Entwicklung heraus und verlangen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sich anzupassen.

Der ICC-Charta liegt die Überzeugung zu Grunde, dass die Wirtschaft weiter wachsen kann - und zwar in ökologisch nachhaltiger und sozial verantwortlicher Weise. Mit diesem Verständnis knüpft die Charta an die "ICC Green Economy Roadmap" an, die im Jahr 2012 von der ICC Commission on Environment & Energy entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um einen Leitfaden für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, der zehn Voraussetzungen für einen Übergang zu einer "Green Economy" beschreibt und so nachhaltiges Wachstum fördert.

Im Zuge der Aktualisierung der ICC-Charta, die im Januar 2015 abgeschlossen wurde, wurden die Prinzipien in Form von acht Grundsätzen gebündelt und spiegeln heute die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial) wider. So bietet die aktualisierte Charta weiterhin Unternehmen aller Branchen ohne geographische Begrenzung praktische Hilfestellung. Dabei richtet sie sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie an Firmen in Schwellenländern, die die ICC-Charta als Ausgangspunkt für ihr Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit nutzen möchten.

Die ICC-Charta berücksichtigt die besonderen Herausforderungen eingeschränkter Ressourcen, einen "one size fits all"-Ansatz im Bereich des Nachhaltigkeits-Managements gibt es nicht. Die ICC-Charta kann Unternehmen als Kompass dienen auf dem Weg zu nachhaltigerem Wirtschaften, indem sie:

  • die Sensibilisierung für die globalen Herausforderungen steigert,
  • Know-how und "good practise" teilt und Dialog stimuliert,
  • das Konzept nachhaltigen Wirtschaftens präzisiert und nicht zuletzt
  • Möglichkeiten identifiziert, in deren Rahmen Unternehmen noch stärker zu nachhaltiger Entwicklung beitragen können

Die acht Prinzipien der Charta

1. Sustainable development as a business priority

2. Inclusive economic growth and development

3. Environmental responsibility and management

4. Responsibility towards people and societies

5. Products and services

6. Value chain approach

7. Transparency, communications and reporting

8. Collaboration and partnerships for continuous improvement

ICC-Charta für nachhaltige Entwicklung - Unternehmerische Handlungsbeispiele (2015)

Die ICC appelliert an Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen weltweit, unter Berücksichtigung der eigenen spezifischen Situation die oben genannten Prinzipien zu durchdenken, spezifische Ziele für sich auszuwählen und diese mit Hilfe dazugehöriger Instrumente im Rahmen einer integrierten Managementstrategie zu implementieren.

Damit sind für das jeweilige Unternehmen folgende Vorteile verbunden: 

  • Informationsklarheit
  • ein Rahmen an Instrumenten und Methoden
  • Reduzierung von Risiken
  • Steigerung von Effizienz und Effektivität bestehender Produkte und Dienstleistungen
  • neue Geschäftsmöglichkeiten
  • langfristige Kostenreduzierung
  • gesteigerte Sensibilisierung
  • erhöhte Loyalität der Mitarbeiter
  • Reputationssteigerung

Zur Unterstützung bei der konkreten Implementierung der Charta hat die ICC zu jedem der genannten acht Prinzipien eine Handlungsanweisung entwickelt. Diese benennt bereits existierende Instrumente der ICC, ihrer Partnerorganisationen sowie international anerkannter Standards, die bei der Implementierung des jeweiligen Prinzips praxisnah Hilfestellung leisten können. Zudem vernetzen die konkreten Handlungsempfehlungen die ICC-Prinzipien zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs) 2015. 

Ansprechpartner

Jacqueline Albers

Fon: +49 (0) 30 - 200 7363 40

jacqueline.albers@iccgermany.de

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