International Maritime Bureau (IMB)

Seepiraterie ist für die Wirtschaft und den Welthandel nach wie vor eine ernste Bedrohung. Daher hat die Internationale Handelskammer (ICC) 1981 das International Maritime Bureau (IMB) gegründet, zu deutsch Internationales Schifffahrtsbüro. Es hat seinen Sitz in London.

Beim IMB handelt es sich aber nicht um eine internationale Regierungsorganisation. Vielmehr ist es eine von der Privatwirtschaft getragene Institution, die zur Internationalen Handelskammer (ICC) gehört. Das Internationale Schifffahrtsbüro/International Maritime Bureau arbeitet allerdings eng mit Organisationen wie der Weltzollorganisation oder Interpol zusammen. Bei der Bekämpfung der Seepiraterie ist das IMB weltweit führend.

Bekämpfung der Seepiraterie

Geleitet wird das Internationale Schifffahrtsbüro von Kapitän Pottengal Mukundan. 1992 wurde in Kuala Lumpur darüber hinaus das zum IMB gehörende Piracy Reporting Center (PRC) gegründet. Es ist die einzige Einrichtung seiner Art weltweit. Es ermöglicht Schiffseignern und Besatzungen, rund um die Uhr Vorfälle jederzeit und von jedem Ort aus zu melden. Das Center stellt Pirateriereporte zusammen, veröffentlicht aktuelle Warnungen, steht Schiffen, die überfallen werden, mit Rat und Hinweisen zur Seite und koordiniert Hilfe und Unterstützung durch die zuständigen lokalen Behörden. 

Überfälle durch Piraten sind weiterhin eine ernste Gefahr auf den Weltmeeren. Oftmals überfallen schwer bewaffnete, organisierte Banden Schiffe auf See und vor Anker, greifen die Besatzung an, rauben Schiffsladungen oder bringen ganze Frachter in ihre Gewalt, um diese weiterzuverkaufen bzw. Lösegeldforderungen zu stellen. Nicht nur die Schifffahrtsindustrie sondern auch Strafverfolgungsbehörden weltweit nutzen im Kampf gegen die Seepiraterie das Datenmaterial des IMB Piracy Reporting Centers. 

Auf Basis dieses Datenmaterials intensivieren nationale Behörden oftmals ihre Einsatzkräfte in Gebieten, die sich gemäß PRC als Hochrisikogebiete erweisen. Interventionen der internationalen Gemeinschaft und die Bereitstellung gemeinsamer Einsatzkräfte sind unabdingbar, um Piraten Einhalt zu gebieten. Ergänzt werden sie durch die Best Management Practices (BMP4), die durch die Schiffseigner anzuwenden sind.

Aktuelle Risikoeinschätzung weltweit

Die Situation vor der Küste Somalias ist zwar durch die EU-Mission ATALANTA aktuell relativ ruhig. Sie könnte aber jederzeit wieder aufflammen, da Somalia ein fragiler Staat bleibt und die Gefahr von Angriffen damit weiterhin hoch ist.

Die Westküste Afrikas - die Gewässer vor Nigeria - ist weiterhin ein Hochrisikogebiet für Gewaltangriffe und bewaffneten Raub, und das, obwohl viele Vorfälle vermutlich noch nicht einmal gemeldet werden.

Die Angriffe im südostasiatischen Raum machen noch immer den größten Anteil der weltweiten Überfälle aus, auch wenn diese vergleichsweise weniger schwerer Natur sind. Das IMB begrüßt daher die Zusammenarbeit der Küstenregionen vor Malaysia und Indonesien.

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