Der „Chambers Pulse“ der ICC World Chambers Federation, dem Weltkammerverband der ICC, liefert ein aktuelles Stimmungsbild der weltweiten Handelskammern zu zentralen ökonomischen Fragen in Volkswirtschaften, die rund 90 % des globalen BIP ausmachen. Die heute veröffentlichte Umfrage bestätigt eine zunehmende Unsicherheit bei den in den Kammern organisierten Unternehmen.

Während 89 % der Kammern das Geschäftsumfeld als zumindest akzeptabel bewerten, variieren Herausforderungen wie geopolitische Spannungen, Inflation und Zölle je nach Region erheblich.

Unternehmen in Nordamerika kämpfen am meisten mit Zöllen (100 %), im Nahen Osten und Nordafrika sind es geopolitische Spannungen (62 %), in Südasien die Besteuerung (82 %) und in Lateinamerika und der Karibik die politischen Unsicherheiten (70 %). Der Arbeitskräftemangel ist in Nordamerika (83 %), Europa und Zentralasien (70 %) sowie Ostasien und Pazifik (54 %) am größten. Mit Preissteigerungen in über 90 % der befragten Länder bleibt die Inflation ein wichtiges Thema.

Insgesamt bezeichnet mehr als die Hälfte der befragten Kammern das aktuelle Handelsumfeld als erheblich belastend für die Wirtschaft. Unsicherheiten (74 %) stellen dabei vor Zolländerungen (59 %) die größte Herausforderung dar.

ICC Germany-Generalsekretär Oliver Wieck kommentierte: „Die globale Wirtschaft braucht Stabilität und Verlässlichkeit, um erfolgreich zu sein. Von einem funktionierenden Welthandel profitieren Unternehmen, Beschäftigte und Verbraucher gleichermaßen. Die aktuelle Umfrage im ICC-Netzwerk zeigt, dass die Politik jetzt gefordert ist, die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.“

Anpassungsstrategien und Ausblick

In ihren Reaktionen auf die globalen Unsicherheiten stehen bei den Unternehmen die Diversifizierung ihrer Märkte (67 %) deutlich vor dem Kostenmanagement (51 %) und der Verlagerung von Standorten (25 %). In Asien und Europa gewinnt der regionale Handelsaustausch an Bedeutung, während nordamerikanische Unternehmen ihre Lieferketten überdenken.

Trotz der multiplen Herausforderungen bleiben die Kammern generell optimistisch (50 %) hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklungen. Besonders positiv gestimmt sind der Nahe Osten und Nordafrika, während Lateinamerika sowie Ostasien mit Blick auf den zunehmenden Inflationsdruck eher pessimistisch sind.

Die Umfrage zeigt auch, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen deutlich zunimmt: 22 % der Befragten gaben in diesem Jahr an, KI zu nutzen, gegenüber 16 % im Jahr 2024.

Den vollständigen Bericht können Sie hier abrufen.

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Dr. Birte Grages

Tel. +49 (0) 30 - 200 7363 20

Birte.Grages[at]iccgermany.de