Zwischen 2014 und 2023 verursachten extreme Wetterereignisse weltweit ökonomische Schäden in Höhe von über 2 Billionen US-Dollar (ICC/Oxera 2024). Ein neuer Bericht von ICC und dem Analysehaus Oxera zeigt: Während 2022 rund 1,3 Billionen US-Dollar in Klimaschutzmaßnahmen flossen, entfielen auf Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel lediglich 76 Milliarden US-Dollar; davon stammten nur 8 Prozent aus privaten Quellen. Dieses Ungleichgewicht zeigt: Unternehmen müssen jetzt handeln – nicht nur aus Verantwortung, sondern auch aus wirtschaftlichem Eigeninteresse.

„Klimaanpassung darf nicht länger ein Nebenstrang sein – sie ist entscheidend für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität“, betont ICC Germany-Generalsekretär Oliver Wieck. „Unternehmen verfügen über die Innovationskraft, Investitionsmittel und lokale Präsenz, um schnell und effektiv Lösungen umzusetzen – insbesondere dort, wo eigene Standorte, Lieferketten oder Infrastrukturen gefährdet sind.“

Was Investitionen des Privatsektors bislang hemmt

  • Informationslücken: Fehlende Daten, unzureichende Offenlegung bei Klimarisiken sowie uneinheitliche Metriken erschweren fundierte Investitionsentscheidungen.
  • Regulatorische Unsicherheiten: Unklare politische Signale und fehlende Anreize bremsen langfristiges Engagement.
  • Finanzielle Risiken: Geringe erwartete Renditen, politische Risiken und schwer skalierbare Projekte schrecken Investoren ab.

Was bereits funktioniert und gefördert werden muss

  • Innovative Versicherungsmodelle, wie CILRIF und Flood Re im Vereinigten Königreich durch vergünstigte Prämien und öffentlich-private Partnerschaften, und parametrische Versicherungen für schnelle Auszahlungen und bessere Liquidität nach Katastrophen.
  • Blended Finance: Die Kombination aus öffentlichen Mitteln, Risikoteilung und technischer Unterstützung, wie etwa ARCAFIM in Ostafrika, ermöglicht Investitionen in kleinteilige, aber wichtige Anpassungsmaßnahmen.
  • Anpassungs- und Resilienz-Anleihen, wie die Resilience Bonds der EBRD;Projekte werden gebündelt, um Skaleneffekte zu erzielen und institutionelle Investoren anzusprechen.
  • Digitale Plattformen und Open Data: Tools wie Oasis Hub und geobasierte Risikomodelle erleichtern die Risikobewertung und Investitionsentscheidungen durch eine bessere Datengrundlage.

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz (COP30) in Belém, Brasilien, ruft die ICC Regierungen dazu auf, eine koordinierte politische Agenda zu entwickeln, die alle Stakeholder einbindet, um die private Finanzierung von Klimaanpassung zu skalieren und die Umsetzung des globalen Anpassungsziels (Global Goal on Adaptation) zu unterstützen. Diese Agenda sollte sich auf drei zentrale Handlungsfelder konzentrieren: (1) Klimarisikoinformationen und Transparenz stärken, (2) fördernde Institutionen und regulatorische Anreize schaffen und (3) innovative Finanzierungsinstrumente ausbauen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier, eine Zusammenfassung hier.

Mehr Info
Ansprechpartner
Dr. Birte Grages

Tel. +49 (0) 30 - 200 7363 20

Birte.Grages[at]iccgermany.de