Zwischen Januar und März 2026 wurden weltweit 16 Vorfälle registriert – ein deutlicher Rückgang gegenüber 45 Fällen im ersten Quartal 2025 und 33 Fällen im gleichen Zeitraum 2024. Die gemeldeten Ereignisse umfassen 14 erfolgreiche Enterungen, eine Entführung eines Schiffes sowie einen versuchten Angriff.
In 94 Prozent der Fälle gelang es den Tätern, an Bord der Schiffe zu gelangen. Trotz des deutlichen Rückgangs bleibt das Risiko für Besatzungen bestehen. „Ein Großteil des Welthandels erfolgt über Seewege. Die Sicherheit zentraler Routen ist daher nicht nur ein maritimes Thema, sondern eine Vertrauensfrage für die globale Wirtschaft“, sagt ICC Germany-Generalsekretär Oliver Wieck.
Sicherheit der Besatzungen weiterhin gefährdet
Im Berichtszeitraum wurden zwei Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen und eine Person verletzt. In mehreren Fällen kamen Waffen zum Einsatz, darunter Messer in sieben Vorfällen und Schusswaffen in zwei Fällen.
Deutlicher Rückgang in der Straße von Singapur
Die Straße von Singapur verzeichnete weiterhin die meisten Vorfälle weltweit, mit insgesamt acht gemeldeten Ereignissen im ersten Quartal 2026. Dies sind deutlich weniger als die 31 Vorfälle im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die Vorfälle waren überwiegend niedrigschwellig, in sechs Fällen wurden Waffen gemeldet. Zwei Besatzungsmitglieder waren direkt betroffen – eine Person wurde als Geisel genommen, eine weitere verletzt. Alle betroffenen Schiffe wurden geentert, darunter zwei Massengutfrachter mit über 150.000 DWT.
Erste Vorfälle auf den Philippinen
Von den Philippinen wurden vier Vorfälle gemeldet – jeweils zwei vor Ankerplätzen in Manila und Bauan (Batangas-Bucht). In einem Fall wurde ein Besatzungsmitglied entführt. Im ersten Quartal 2025 gab es keine Vorfälle.
Anhaltende Bedrohung vor Somalia
Vor der Küste Somalias wurden zwei Vorfälle registriert – ein versuchter Angriff und eine erfolgreiche Entführung. Das IMB warnt weiterhin vor Sorglosigkeit und fordert die konsequente Einhaltung der aktuellen Best Management Practices (BMP) beim Transit durch diese Gewässer.
Niedrige Aktivität im Golf von Guinea
Im Golf von Guinea wurde ein geringfügiger Diebstahl am Ankerplatz Takoradi (Ghana) gemeldet. Trotz dieser positiven Entwicklung betont das IMB die Notwendigkeit fortgesetzter Wachsamkeit und Zusammenarbeit.
Das IMB unterstreicht erneut die zentrale Bedeutung der zeitnahen Meldung von Vorfällen an das IMB Piracy Reporting Centre (PRC). Schnelle Meldungen ermöglichen raschere Reaktionen, tragen zur Verhinderung weiterer Angriffe bei und erhöhen die Sicherheit für Schiffe in der Umgebung.
Das PRC fungiert als rund um die Uhr erreichbare zentrale Anlaufstelle und bietet kostenlose Unterstützung für bedrohte Schiffe sowie transparente und verlässliche Daten für die maritime Industrie, Behörden und Regierungen weltweit.
Der Bericht über Piraterie und bewaffnete Raubüberfälle auf Schiffe für den Zeitraum Januar bis März 2026 kann hier heruntergeladen werden.
Mehr Info
Ansprechpartner
Dr. Birte Grages
Tel. +49 (0) 30 - 200 7363 20
Birte.Grages[at]iccgermany.de
