ICC-Generalsekretär John Denton betonte, dass angesichts wachsender geopolitischer Spannungen, zunehmender Handelsfragmentierung und veralteter Regeln ein verbindlicher Reformprozess mit klaren Meilensteinen und Zeitplan notwendig sei. Zugleich forderte er, das seit 1998 bestehende WTO-Moratorium auf Zölle für elektronische Übertragungen dauerhaft zu verankern, da digitaler Handel heute eine tragende Säule der Weltwirtschaft ist.
WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala warnte, dass eine weitere Zersplitterung der Handelsregeln insbesondere kleine und mittlere Unternehmen belasten und die Krisenresilienz des globalen Handels schwächen würde. Kameruns Handelsminister Luc Magloire Mbarga Atangana hob zugleich die wachsende Bedeutung Afrikas als globaler Markt und Investitionsstandort hervor.
Parallel unterstützen über 90 Wirtschafts- und zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter die ICC – die dauerhafte Verlängerung des Moratoriums. Ein begleitender Bericht auf Basis von Analysen u. a. der OECD, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der UNCTAD zeigt, dass das Moratorium Kosten senkt, digitale Teilhabe stärkt und insbesondere kleinen Unternehmen sowie Entwicklungsländern zugutekommt – bei gleichzeitig geringen fiskalischen Einbußen.
Die zentrale Botschaft an die WTO-Mitglieder ist klar: Ohne Reformen und ein dauerhaftes Digital-Moratorium drohen neue Handelsbarrieren und zusätzliche Belastungen für die globale Wirtschaft. Die vollständige Rede von ICC-Generalsekretär John Denton ist hier abrufbar.
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