Incoterms® 2010

Was sind die Incoterms®?

DDP, EXW, DAP, FCA – drei Buchstaben, die jeder kennt, der im Import und Export arbeitet. Es sind die Klauseln der Incoterms®. Die internationalen Lieferbedingungen regeln die Pflichten der Käufer und Verkäufer im internationalen Handel. Die Bedeutung der Incoterms® im Außenhandel ist enorm.

Die Incoterms® werden von der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegeben, ICC Germany stellt für Nutzer eine deutsch-englische Fassung der Incoterms® zur Verfügung. Aktuell finden die Incoterms®2010 Anwendung, die die Incoterms® 2000 abgelöst haben. 

Durch die Incoterms® erreichen Vertragspartner eine international einheitliche Auslegung bestimmter Pflichten von Käufern und Verkäufern. Auf diese Weise können Missverständnisse und Rechtsstreitigkeiten vermieden werden. Die Incoterms® 2010 enthalten allerdings keine detaillierten Aussagen zur Zahlungsabwicklung, zum Eigentumsübergang oder zu den Rechtsfolgen von Vertragsbrüchen.

Gültigkeit

Das Regelwerk der ICC gilt überall auf der Welt als Standard und wird von der United Nations Commission on International Trade Law (UNCITRAL) unterstützt. Wirksam werden die Incoterms® grundsätzlich erst, wenn in einem Vertrag auf sie Bezug genommen wird. Zusätzlich sollten die Vertragspartner konkret vereinbaren, welche der Klauseln gilt, und die genauen Ortsangaben definieren. Zudem ist es wichtig, im Vertrag festzuhalten, welche Fassung der Incoterms® gelten soll.

Incoterms® Klauseln 

Die ICC weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anwendungshinweise kein Bestandteil der eigentlichen Incoterms®-Klauseln sind. Sie sollen dem Anwender vor allem dabei helfen, rasch die geeignete Klausel  für ein bestimmtes Geschäft zu finden. Die genaue Prüfung der Klausel ersetzen sie nicht.

Wenn die Incoterms®-Regeln in einen Vertrag einbezogen werden sollen, empfiehlt es sich, den ausführlichen Originaltext der Klauseln zu kennen und zu berücksichtigen.

Die Klauseln im Einzelnen

Incoterms® 2010

EXW „Ex Works"

„Ex Works"/„Ab Werk" bedeutet, dass der Verkäufer liefert, wenn er die Ware dem Käufer beim Verkäufer oder an einem anderen benannten Ort (z. B. Werk, Fabrik, Lager usw.) zur Verfügung stellt. Der Verkäufer muss die Ware weder auf ein abholendes Transportmittel verladen, noch muss er sie zur Ausfuhr freimachen, falls dies erforderlich sein sollte.

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FCA: Frei Frachtführer

„Free Carrier"/„Frei Frachtführer" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware dem Frachtführer oder einer anderen vom Käufer benannten Person beim Verkäufer oder an einem anderen benannten Ort liefert. Die Parteien sind gut beraten, die Stelle innerhalb des benannten Lieferortes so genau wie möglich zu bezeichnen, da an dieser Stelle die Gefahr auf den Käufer übergeht.

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CPT: Frachtfrei

„Carriage Paid To"/„Frachtfrei" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware dem Frachtführer oder einer anderen vom Verkäufer benannten Person an einem vereinbarten Ort (falls ein solcher Ort zwischen den Parteien vereinbart ist) liefert, und dass der Verkäufer den Beförderungsvertrag abzuschließen und die für die Beförderung der Ware bis zum benannten Bestimmungsort entstehenden Frachtkosten zu zahlen hat. 

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CIP: Frachtfrei Versichert

„Carriage and Insurance Paid to"/„Frachtfrei versichert" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware dem Frachtführer oder einer anderen vom Verkäufer benannten Person an einem vereinbarten Ort (falls ein solcher Ort zwischen den Parteien vereinbart ist) liefert, und dass der Verkäufer den Beförderungsvertrag abzuschließen und die für die Beförderung der Ware bis zum benannten Bestimmungsort entstehenden Frachtkosten zu zahlen hat. Der Verkäufer schließt auch einen Versicherungsvertrag gegen die vom Käufer getragene Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware während des Transports ab. 

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DAT: Geliefert Terminal

„Delivered At Terminal"/„Geliefert Terminal" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware liefert, sobald die Ware von dem ankommenden Beförderungsmittel entladen wurde und dem Käufer an einem benannten Terminal im benannten Bestimmungshafen oder -ort zur Verfügung gestellt wird. „Terminal" kann jeder Ort sein, unabhängig davon, ob überdacht oder nicht, wie z. B. ein Kai, eine Lagerhalle, ein Containerdepot oder ein Straßen-, Schienen- oder Luftfrachtterminal. Der Verkäufer trägt alle Gefahren, die im Zusammenhang mit der Beförderung der Ware zum und der Entladung im Terminal im benannten Bestimmungshafen oder -ort entstehen.

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DAP: Geliefert Benannter Ort

„Delivered At Place"/„Geliefert benannter Ort" bedeutet, dass der Verkäufer liefert, wenn die Ware dem Käufer auf dem ankommenden Beförderungsmittel entladebereit am benannten Bestimmungsort zur Verfügung gestellt wird. Der Verkäufer trägt alle Gefahren, die im Zusammenhang mit der Beförderung zum benannten Ort stehen.

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DDP: Geliefert Verzollt

„Delivered Duty Paid"/„Geliefert verzollt" bedeutet, dass der Verkäufer liefert, wenn er die zur Einfuhr freigemachte Ware dem Käufer auf dem ankommenden Beförderungsmittel entladebereit am benannten Bestimmungsort zur Verfügung stellt. Der Verkäufer trägt alle Kosten und Gefahren, die im Zusammenhang mit der Beförderung der Ware bis zum Bestimmungsort stehen und hat die Verpflichtung, die Ware nicht nur für die Ausfuhr, sondern auch für die Einfuhr freizumachen, alle Abgaben sowohl für die Aus- als auch für die Einfuhr zu zahlen sowie alle Zollformalitäten zu erledigen.

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FAS: Frei Längsseite Schiff

"Free Alongside Ship" / "Frei Längsseite Schiff" bedeutet, dass der Verkäufer liefert, wenn die Ware längsseits des Schiffs  (z. B. an einer Kaianlage oder auf einem Binnenschiff) im benannten Verschiffungshafen gebracht ist. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht über, wenn sich die Ware längsseits des Schiffs befindet. Der Käufer trägt ab diesem Zeitpunkt alle Kosten.

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FOB: Frei an Bord

"Free On Board" / "Frei an Bord" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware an Bord des vom Käufer benannten Schiffs im benannten Verschiffungshafen liefert oder die bereits so gelieferte Ware verschafft. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht über, wenn die Ware an Bord des Schiffs ist. Der Käufer trägt ab diesem Zeitpunkt alle Kosten.

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CFR: Kosten und Fracht

„Cost and Freight"/„Kosten und Fracht" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffs liefert oder die bereits so gelieferte Ware verschafft. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht über, wenn die Ware an Bord des Schiffs ist. Der Verkäufer hat den Beförderungsvertrag abzuschließen und die Kosten und Fracht zu tragen, die für die Beförderung der Ware zum benannten Bestimmungshafen erforderlich sind.

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CIF: Kosten, Versicherung und Fracht

"Cost, Insurance and Freight"/"Kosten, Versicherung und Fracht" bedeutet, dass der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffs liefert oder die bereits so gelieferte Ware verschafft. Die Gefahr des Verlustes oder der Beschädigung der Ware geht über, wenn die Ware an Bord des Schiffs ist. Der Verkäufer hat den Beförderungsvertrag abzuschließen sowie die Kosten und Fracht zu tragen, die für die Beförderung der Ware zum benannten Bestimmungshafen erforderlich sind. Zudem hat der Verkäufer auf eigene Kosten eine Transportversicherung abzuschließen, die zumindest der Mindestdeckung gemäß den Klauseln (C) der Institute Cargo Clauses (LMA/IUA) oder ähnlichen Klauseln entspricht.

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Ansprechpartner

Amanda Diel

Policy Manager

Fon: +49 (0) 30 - 200 7363 16

amanda.diel(at)iccgermany.de

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