Anhaltend hohe Nachfrage nach ICC-Schiedsgerichtsbarkeit

Im Jahr 2025 wurden 894 neue Verfahren registriert. Zum Jahresende waren 1.869 Verfahren anhängig – so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig erreichte der ICC International Court of Arbitration mit dem 30.000. registrierten Verfahren einen weiteren Meilenstein in seiner über 100-jährigen Geschichte.

Rekordzahl an beteiligten Jurisdiktionen

Die internationale Reichweite der ICC-Schiedsgerichtsbarkeit nahm 2025 weiter zu. An den neu eingeleiteten Verfahren waren 2.531Parteien aus 147 Ländern weltweit beteiligt. Damit erreichte die ICC erneut eine Rekordzahl an vertretenen Jurisdiktionen. Die meisten Parteien stammten aus den Vereinigten Staaten, Brasilien und Spanien; Deutschland gehörte ebenfalls zu den zehn am stärksten vertretenen Nationalitäten. Als Schiedsort dienten 123 Städte in 70 Ländern, was die globale Präsenz der ICC-Schiedsgerichtsbarkeit eindrucksvoll widerspiegelt.

ICC Germany-Generalsekretär Oliver Wieck erklärt:

„Gerade in wirtschaftlich und geopolitisch herausfordernden Zeiten sind verlässliche und international anerkannte Mechanismen zur Streitbeilegung von entscheidender Bedeutung. Die aktuellen Jahresstatistiken zeigen, dass Unternehmen weltweit auf die Neutralität, Expertise und Effizienz der ICC-Schiedsgerichtsbarkeit vertrauen. Das stärkt nicht nur die Rechtssicherheit im internationalen Handel, sondern schafft auch Vertrauen für grenzüberschreitende Investitionen.“

Hohe Streitwerte und breite Branchenvielfalt

Auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung der Verfahren bestätigt die Statistik die zentrale Rolle der ICC. Der Gesamtstreitwert der zum Jahresende anhängigen Verfahren belief sich auf 299 Milliarden US-Dollar. Die Streitwerte reichten von knapp 2.500 US-Dollar bis zu 31 Milliarden US-Dollar und verdeutlichen, dass die ICC sowohl komplexe Großverfahren als auch Streitigkeiten mittelständischer Unternehmen begleitet.

Die Auswertung der Verfahren zeigt zudem, in welchen Wirtschaftsbereichen internationale Schiedsverfahren besonders häufig zum Einsatz kommen. Den größten Anteil machten Bau- und Ingenieurwesen mit 28 Prozent aller neu eingeleiteten Verfahren aus, gefolgt vom Energiesektor (15 Prozent). Weitere bedeutende Branchen waren Gesundheitswesen und Pharma (6 Prozent), Verkehr (5,5 Prozent), Telekommunikation und spezialisierte Technologien (5 Prozent) sowie Industrieausrüstung und -dienstleistungen (4,8 Prozent). Ebenfalls stark vertreten waren Finanzierung und Versicherungen (4,6 Prozent), Unternehmensdienstleistungen (4,4 Prozent), allgemeiner Handel und Vertrieb (3,4 Prozent) sowie Freizeit und Unterhaltung (2 Prozent). Die Zahlen unterstreichen die breite wirtschaftliche Relevanz der ICC-Schiedsgerichtsbarkeit über unterschiedlichste Branchen hinweg.

Effiziente Verfahren für internationale Wirtschaftsstreitigkeiten

Die Effizienz der Verfahren bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor der ICC-Schiedsgerichtsbarkeit. Im Jahr 2025 wurden 169 Verfahren nach den Expedited Procedure Provisions (EPP) durchgeführt. Seit Einführung des beschleunigten Verfahrens im Jahr 2017 hat die ICC damit bereits mehr als 1.000 EPP-Verfahren administriert. Darüber hinaus wurden 30 Eilschiedsrichterverfahren eingeleitet. Der ICC Court genehmigte insgesamt 607 Schiedssprüche – der zweithöchste Jahreswert in der Geschichte der Institution.

Die vollständigen ICC Dispute Resolution Statistics 2025 stehen auf der Website der International Chamber of Commerce zur Verfügung.

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Marija Josimovic

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