Laut dem Business Case Außenhandelsfinanzierung könnte alleine die britischen Wirtschaft durch eine Digitalisierung ihren Außenhandel in den nächsten vier Jahren um etwa 28 Milliarden Euro steigern. Die Effizienzgewinne würden bei rund 253 Milliarden Euro liegen. Zudem könnte der CO2-Fußabdruck der Handelsaktivitäten deutlich reduziert werden. Aktuell durchlaufen zu jedem beliebigen Zeitpunkt rund vier Milliarden Dokumente das internationale Handelsfinanzierungssystem, pro Handelstransaktion werden in der Regel 20 bis 30 Dokumente benötigt. Eine vollständige Digitalisierung der Dokumente könnte den Zeitraum jeder Transaktion um bis zu 75% reduzieren.

 

Den größten Schub würde die Digitalisierung von Frachtbriefen bringen, so der ICC Business Case Außenhandelsfinanzierung. Doch trotz der mehr als zwei Jahrzehnte andauernden Bemühungen werden laut der Digital Container Shipping Association zurzeit nur 0,1% der Frachtbriefe elektronisch ausgestellt. Haupthindernis einer umfassenden Digitalisierung  sind rechtliche Vorgaben in vielen Jurisdiktionen. Diese bestehen auch noch im elektronischen Zeitalter auf die Vorlage von Dokumenten in Papierform.

 

Die ICC setzt sich seit Längerem für eine Anpassung der Rechtsordnungen der wichtigsten Handelsnationen an das UNCITRAL-Abkommen zu elektronisch übertragbaren Aufzeichnungen ein. Sie begrüßt die jüngste G7-Ministererklärung zur digitalen und technologischen Agenda; die Verpflichtung, „to build back better“, sei ein wichtiges Signal an die G7-Länder, die Digitalisierung internationaler Handelstransaktionen weiter auszubauen.

 

ICC-Generalsekretär John Denton sagte Business Case Außenhandelsfinanzierungdazu: „Wir freuen uns über die Unterstützung auf Ministerebene für rechtliche Reformen, die notwendig sind, um die Digitalisierung des Handels in großem Umfang zu ermöglichen. Die G7-Regierungen können sich darauf verlassen, dass wir uns weiterhin engagieren und diese wichtigen Reformen unterstützen werden.“

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