ICC-Generalsekretär John W.H. Denton AO sagte: „Die Signale aus Großbritannien und den USA im Vorfeld des Gipfels sind natürlich sehr willkommen, gleichzeitig sind sie aus globaler Perspektive betrachtet allenfalls kleine Schritte, um die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu bringen. Rund 600 Millionen Impfdosen sind ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der geplanten weltweiten Produktion von 12 Milliarden Impfdosen allein in diesem Jahr. Wir sehen ein deutliches Risiko, dass die reichsten Nationen der Welt weiterhin Impfstoffe für Auffrischungsimpfungen zurückhalten und damit ihre eigenen Bürger dem Bumerang-Effekt von COVID-19-Varianten und den Kosten einer anhaltenden Unterbrechung der globalen Lieferketten aussetzen.“

Die ICC appelliert an die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten, sich zu einem transparenten und umfassenden Fahrplan zu verpflichten, um diese globale Pandemie schrittweise unter Kontrolle zu bringen und Impfstoffe für alle Menschen überall verfügbar zu machen. Denton fügte hinzu: „Wenn die G7-Staaten echte Solidarität mit den Entwicklungsländern zeigen wollen, gibt es nur eine Möglichkeit: an diesem Wochenende müssen die G7-Regierungschefs  verbindlich zusagen, alle verfügbaren Überschüsse an Impfstoffen zu teilen und diejenigen Handelsbarrieren abzubauen, die weiterhin die Versorgung mit den für die Beendigung der Pandemie benötigten Hilfsmitteln – einschließlich Tests und Behandlungen – behindern“.

„Dies sollte mit einem klaren Bekenntnis verbunden werden, eine Vorfinanzierung für eine weitere Skalierung der Produktionskapazitäten für Impfstoffe bereitzustellen und den ‚Roll-out‘ in den Entwicklungsländern zu beschleunigen. Der IWF schätzt, dass dafür 50 Milliarden US-Dollar erforderlich sind – eine geringe Investition im Vergleich zu den potenziellen Erträgen, die sich aus einer raschen Bekämpfung der Pandemie ergeben.“ Im Januar 2021 hatte die ICC eine Studie veröffentlicht, die vor möglichen Wohlfahrtsverlusten in Höhe von 4,5 Billionen US-Dollar alleine für die Industriestaaten warnte.

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