Die Internationale Handelskammer (ICC) hat im Vorfeld des G7-Gipfels den ICC Open Markets Index 2026 veröffentlicht. Die Studie zeigt wachsende Unterschiede bei der Markt- und Handelsöffnung der G7-Staaten. Während Kanada das Ranking anführt, liegen die Vereinigten Staaten auf dem letzten Platz. Als größtes Risiko für Handel und Investitionen identifiziert der Index die zunehmende politische Unsicherheit.

Die aktuelle Ausgabe des Index berücksichtigt erstmals stärker die Bedeutung des Dienstleistungs- und Digitalhandels sowie die Auswirkungen nichttarifärer Handelshemmnisse und einer zunehmend unberechenbaren Handelspolitik.

Der ICC Open Markets Index 2026 basiert auf fünf zentralen Bewertungsbereichen:

  • Offenheit der Märkte,
  • handelspolitische Rahmenbedingungen,
  • Offenheit gegenüber ausländischen Direktinvestitionen,
  • Handel mit digitalen Dienstleistungen,
  • Stabilität und Vorhersehbarkeit der Handelspolitik.

Die Ergebnisse zeichnen ein widersprüchliches Bild: Zwar verfügen die G7-Staaten weiterhin über vergleichsweise offene Märkte, zunehmende politische Unsicherheit und häufige Kurswechsel erschweren Unternehmen jedoch die Planung und beeinträchtigen Handel und Investitionen.

„Politische Unvorhersehbarkeit hat sich zu einem der größten Hemmnisse für Handel und Investitionen entwickelt. Ihre Verringerung sollte daher ganz oben auf der Agenda der G7 stehen“, sagt Oliver Wieck, Generalsekretär von ICC Germany.

Zentrale Ergebnisse des Index

Kanada erzielt den höchsten Gesamtwert und führt das Ranking an, während die Vereinigten Staaten den letzten Platz belegen. Neben strukturellen Faktoren wie der Größe des US-Binnenmarktes haben auch jüngere handelspolitische Maßnahmen mit diskriminierender Wirkung die Handelsaktivitäten belastet.

Deutschland belegt im Gesamtranking Platz drei und gehört damit zu den offensten Volkswirtschaften der G7. In der Kategorie Marktöffnung erreicht Deutschland sogar den Spitzenplatz. Schwächer fällt die Bewertung dagegen bei der Stabilität und Vorhersehbarkeit der Handelspolitik aus – ein Bereich, in dem der Index insgesamt zunehmende Defizite innerhalb der G7 feststellt.

Am besten schneiden die G7-Staaten beim Handel mit digitalen Dienstleistungen und bei den formalen handelspolitischen Rahmenbedingungen ab. Die größten Schwächen zeigt der Index dagegen bei der Stabilität und Vorhersehbarkeit der Handelspolitik. Dies verdeutlicht die zunehmende Unsicherheit, die durch häufige und schwer kalkulierbare Eingriffe in den Handel entsteht.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern ergeben sich häufig weniger aus den formalen Regeln als aus deren Umsetzung und der Häufigkeit politischer Kurswechsel. Der Index zeigt damit, dass politische Stabilität und Berechenbarkeit zunehmend zu entscheidenden Standortfaktoren für Investitionen und die Integration in den Welthandel werden.

Die ICC wird den geografischen Umfang des Index in den kommenden Monaten schrittweise erweitern.

Den gesamte Studie können Sie hier lesen.

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