Die gemeldeten Vorfälle von Seepiraterie sind auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten, aber die Gewalt gegen Seeleute hält an: 51 Besatzungsmitglieder wurden entführt, acht als Geiseln genommen, fünf bedroht, drei verletzt, zwei angegriffen und einer getötet, so die jüngsten IMB-Statistiken. Auch wenn der Rückgang der gemeldeten Vorfälle zu begrüßen ist, warnt das IMB PRC, dass Seeleute wachsam bleiben müssen, da die Gewalt gegen Besatzungen in vielen Gebieten der Welt weiterhin hoch ist.

Rückgang im Golf von Guinea
In der Region vom Golf von Guinea wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 28 Vorfälle von Piraterie und bewaffneten Raubüberfällen registriert, im Vergleich zu 46 Angriffen im gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Vor allem der Anrainerstaat Nigeria meldete in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 nur vier Vorfälle, im Vergleich zu 17 im Jahr 2020 und 41 im Jahr 2018. Die Entführungen von Besatzungsmitgliedern in der Region sind zurückgegangen: Im dritten Quartal 2021 wurde nur ein Besatzungsmitglied entführt, im Vergleich zu 31 Besatzungsmitgliedern, die in fünf verschiedenen Angriffen im dritten Quartal 2020 entführt wurden. Alle Vorfälle im dritten Quartal 2021 richteten sich gegen Schiffe, die in Häfen vor Anker lagen, während der durchschnittliche Entführungsort im dritten Quartal 2020 etwa 100 Seemeilen von Land entfernt war.

„Wir begrüßen den Rückgang der Piraterie und der bewaffneten Raubüberfälle im Golf von Guinea und die Bemühungen der Schifffahrtsbehörden in der Region“, sagte Michael Howlett, Direktor des Internationalen Schifffahrtsbüros der ICC. „Es bedarf jedoch weiterer Anstrengungen, um die Sicherheit der Seeleute beim Transport lebenswichtiger Güter in der Region zu gewährleisten. Die Küstenstaaten müssen ihre Koordinierungs- und Sicherheitsmaßnahmen verdoppeln, um sicherzustellen, dass Piraterie und bewaffnete Raubüberfälle weiter zurückgehen.“

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Die 1991 gegründete IMB-Meldestelle für Piraterie des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB), einer Organisationseinheit der ICC, ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Sie stellt der Schifffahrtsindustrie, den Regierungen und Behörden zeitnahe und transparente Daten über bewaffnete Raubüberfälle zur Verfügung, die ihr von Kapitäne und Reeder direkt gemeldet werden. Alle Angriffe sind auch auf der IMB Piracy Live Map vermerkt:https://www.icc-ccs.org/piracy-reporting-centre/live-piracy-map

Ein ausführlicher Bericht kann gerne bei ICC Germany angefordert werden.

Weitere Informationen:
Michael Howlett, Director, ICC International Maritime Bureau
Tel : +44 207 423 6960
Email : mhowlett@icc‐ccs.org

 

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Ansprechpartner
Dr. Katrin Rupprecht

Tel. +49 (0) 30 - 200 7363 20

katrin.rupprecht@iccgermany.de