Als offizielle UNFCCC-Ansprechpartnerin für Wirtschaft und Industrie hat die Internationale Handelskammer (ICC) auf der 30. UN-Klimakonferenz, COP30, die Abschlusserklärung im Namen der globalen Wirtschaft abgegeben und eine klare Botschaft gesendet: Das in Belém bekundete Engagement zur Förderung des Pariser Abkommens sei zwar zu begrüßen, doch reiche dieses Ergebnis noch nicht aus, um den dringenden Anforderungen der Weltwirtschaft gerecht zu werden. ICC betonte, dass die Wirtschaft bereits selbst erhebliche Maßnahmen ergriffen habe; ohne klarere politische Signale und verlässliche Rahmenbedingungen bestehe jedoch die Gefahr, dass selbst die stärkste Dynamik des Privatsektors gebremst wird.

Die ICC fordert insbesondere in drei zentralen Bereichen deutlich ambitioniertere Fortschritte:

  • Anpassung an den Klimawandel ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Das verabschiedete Ergebnis bietet aus Sicht der ICC keinen glaubwürdigen Weg, um privates Kapital und Innovationen in ausreichend großem Umfang zu mobilisieren, damit echte Resilienz vor Ort erreicht werden kann.
  • Initiativen wie der Global Accelerator, die Mission 1.5 sowie freiwillige Fahrpläne sind wichtige Schritte, die die die globale Energiewende beschleunigen können. Aber sie laufen Gefahr, reine Absichtserklärungen zu bleiben, wenn sie nicht in konkrete nationale Pläne mit klaren Meilensteinen überführt und durch ein glaubwürdiges Finanzierungs- und Investitionskonzept unterlegt werden.
  • Trotz der in Belém teils deutlichen Differenzen wurde die Bedeutung eines offenen, fairen Handels für gemeinsamen Wohlstand anerkannt. Die ICC fordert nun einen echten, inklusiven Dialog, der zu gemeinsamen Maßnahmen mit konkreten, umsetzbaren Lösungen führt.
    Im Hinblick auf COP31 brauche es entschiedenes, mutiges und pragmatisches Handeln.

Das vollständige ICC-Statement finden Sie hier.

Die ICC hat mit Blick auf die COP30 und andere wichtige internationale Foren eine Reihe von Positionspapieren, konkreten Handlungsempfehlungen und Initiativen erarbeitet und vorgestellt (siehe auch hier). Dazu gehören:

  • ein Leitpapier zu Klimafinanzierung und Basel III, das darlegt, wie aktuelle makroprudenzielle Vorschriften private Kapitalflüsse in Klimaprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern einschränken, und das gezielte „Sofortmaßnahmen“ vorschlägt;
  • eine Studie zur Beteiligung des Privatsektors an der Klimaanpassung, die bestehende Hindernisse, skalierbare Finanzierungs- und Versicherungsmodelle sowie politische Rahmenbedingungen identifiziert, um Kapital in großem Umfang zu mobilisieren;
  • Gemeinsame Prinzipien für die verantwortungsvolle unternehmerische Nutzung hochwertiger Klimazertifikate sowie von der ICC in Auftrag gegebener Bericht mit zentralen Erkenntnissen zum Stand der freiwilligen Kohlenstoffmärkte und Vorschlägen zur Stärkung von Marktintegrität und Wirksamkeit,
  • ein Beitrag zu den Klima- und Handelsdialogen im Rahmen der COP30, der auf den ICC-Grundprinzipien für wirksame CO₂-Grenzausgleichsmaßnahmen aufbaut und einen Weg zu einer Einigung über gemeinsame Prinzipien aufzeigt;
  • ein gemeinsamer Bericht von ICC und Sage, der den Stand der Klimaziele, Berichtswesen und des Zugangs zu Finanzierung für KMU analysiert – und konkrete Schritte aufzeigt, um KMU zu unterstützen,
  • der Call to Action „Wettbewerbshüter für Klimaschutz“ sowie ein ICC-Leitfaden zu Nachhaltigkeitsvereinbarungen.
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Ansprechpartner
Dr. Birte Grages

Tel. +49 (0) 30 - 200 7363 20

Birte.Grages[at]iccgermany.de