Erste Sitzung der Deutschen Vertretung der ICC 1925

U.v.l.n.r.: Hagen (Schatzmeister), v. Mendelssohn (Präsident), Leaf (ICC-Präsident), Frowein (stellv. Präsident Dt. Gruppe). O.v.l.n.r.: Ravené, Reusch, Riedberg (ICC-Delegierter), Reichsminister a.D. Hamm (Präsidialmitglied), Witthoefft.

Gründung im Herbst 1925

Die Deutsche Gruppe der Internationalen Handelskammer (ICC) wurde am 22. Oktober 1925 in Berlin von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft gegründet. Von Beginn an setzte sich die Gruppe für den Abbau von Handelshemmnissen, eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und die Förderung des Freihandels ein – in der festen Überzeugung, dass diese Prinzipien zu mehr Wohlstand und Frieden führen. Unter ihrem ersten Präsidenten Franz von Mendelssohn, der zugleich Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages war, integrierte sich die Deutsche Gruppe ab 1925 rasch in die Strukturen der erst wenige Jahre zuvor, 1919, in Paris gegründeten ICC und entsandte führende Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft in den ICC-Verwaltungsrat, die Arbeitsgruppen und Ausschüsse.

Deutsche Mitwirkung an Regelwerken

Bereits 1926 wirkte Deutsche Gruppe an der Entwicklung der ersten einheitlichen Richtlinien für Dokumenten-Akkreditive mit und trug 1936 zur Schaffung der Incoterms bei, die noch heute Teil internationaler Kaufverträge sind. Auf deutsche Initiative hin entstanden 1937 die ersten Grundsätze für lautere Werbung, die in den ersten internationalen ICC-Kodex für Werbung mündeten, der seither regelmäßig in neuer Auflage erscheint.

ICC als Stimme der Weltwirtschaft

Die ICC war zusätzlich zu ihrem Engagement als globaler Normen- und Regelsetzer immer auch die Stimme der Weltwirtschaft in internationalen Organisationen, was 2016 in den offiziellen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen mündete. Mit dem 1923 gegründeten ICC-Schiedsgerichtshof leistet sie seither zudem einen wesentlichen Beitrag zur Beilegung von internationalen Handelsstreitigkeiten, der bis heute seinesgleichen sucht.

Bei der Tagung des Verwaltungsrats der Internationalen Handelskammer in Hamburg im Juni 1974 von links nach rechts Bundeskanzler Helmut Schmidt, Bürgermeister Peter Schulz, Präsident der Deutschen Gruppe Professor Dr. Rolf Stödter, Präsident der Internationalen Handelskammer Dr. Renato Lombardi

Bei der Tagung des Verwaltungsrats der ICC in Hamburg im Juni 1974. V.l.n.r. Bundeskanzler Schmidt, Bürgermeister Schulz, Präsident der Dt. Gruppe Prof. Stödter, ICC-Präsident Dr. Lombardi

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem die Deutsche Gruppe bis zu ihrer Suspendierung durch die ICC im Jahr 1944 nur eingeschränkt und mit wenigen Auslandskontakten weiterarbeitete, nahm die deutsche Vertretung 1948 ihre Arbeit in der ICC offiziell wieder auf. Kurz nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Vertretung nach Köln verlegt. Seit 1997 heißt die deutsche Vertretung entsprechend den internationalen Gepflogenheiten ICC Deutschland, später ICC Germany.

ICC Germany heute

Heute ist ICC Germany, der neben Industrie- und Handelskammern und Wirtschaftsverbänden führende Unternehmen und Anwaltskanzleien angehören, wieder in Berlin ansässig und zählt zu den größten und aktivsten Nationalkomitees der ICC. Angesichts der vielfältigen multiplen globalen Herausforderungen wie den fortschreitenden Klimawandel, die zunehmenden humanitären Krisen, Epidemien und Pandemien bleibt der Einsatz für den Multilateralismus auch in den kommenden 100 Jahren eine zentrale Aufgabe der ICC, zu der ICC Germany auch weiterhin einen Beitrag leisten will.

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100 Jahr-Feier

Rund 120 Gäste nahmen am 13. Oktober 2025 an der Jubiläumsveranstaltung im Haus der Deutschen Wirtschaft teil. In seiner Eröffnungsrede würdigte Dr. Holger Bingmann die hundertjährige Geschichte von ICC Germany und betonte die fortwährende Bedeutung von Multilateralismus und globaler Standard- und Regelsetzung gerade in der heutigen Zeit. Nach einem Grußwort von Dr. Volker Treier (DIHK) hob ICC-Präsident Philippe Varin die entscheidende Rolle des deutschen Komitees bei der Förderung von Nachhaltigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der globalen Wirtschaft hervor. In der von Monica Jones moderierten Paneldiskussion diskutierten anschließend Philippe Varin, Jean-Marie Paugam (stv. Generaldirektor der WTO), Barbara Gessler (EU-Kommission), Andreas Glunz (KPMG) und David Lerch (Bayer AG) über aktuelle Herausforderungen für den regelbasierten Handel. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) statt. Lesen mehr hier. Wir danken herzlich unseren Unterstützern: Bayer AG, KPMG AG, Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP, Bosch und BASF.

Bringen auch Sie sich ein!

Viele Unternehmen und Organisationen engagieren sich seit Jahren regelmäßig für die Aktivitäten der ICC und ICC Germany und bringen ihre fachlichen, konzeptionellen und organisatorischen Kompetenzen ein. Neben der Mitarbeit als Mitglied von ICC-Germany in den ICC-Kommissionen, können Sie auch unsere Veranstaltungen, Initiativen und Publikationen unterstützen. Profitieren Sie vom Austausch innerhalb unseres einzigartigen internationalen Netzwerks in den Bereichen internationaler Handel, Digitalisierung, Standardsetzung und Schiedsgerichtsbarkeit! Erfahren Sie mehr über die Vorteile einer Mitgliedschaft bei ICC Germany und nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.

 

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