Zahlen des ICC-Schiedsgerichtshofs legen zu

05.07.2019

Der Internationale Schiedsgerichtshof der ICC (Internationale Handelskammer) vermeldet für das Jahr 2018 insgesamt 842 neu eingereichte Schiedsfälle. Dies ist nach 2016 die zweithöchste Zahl.

2018 waren an den ICC-Schiedsverfahren 2.282 Parteien aus 135 Ländern beteiligt. Der durchschnittliche Streitwert der neu eingereichten Fälle liegt bei 45 Millionen US-Dollar. Der Gesamtwert der am Schiedsgerichtshof anhängigen Verfahren beträgt 203 Milliarden US-Dollar. Die hohe Anzahl der Verfahren bestätigt erneut die Rolle des Schiedsgerichtshof als weltweit führende Schiedsinstitution.

Im vergangenen Jahr kamen die meisten Parteien aus den folgenden fünf Ländern: USA (210), Frankreich (139), Brasilien (117), Spanien (110) und Deutschland (95). Neu in den Top 10 sind die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.

Die Statistiken zeigen auch, dass sich die Einrichtung von regionalen Case-Managementbüros in Hongkong, New York, São Paulo und Singapur ausgezahlt hat. In allen Niederlassungen stieg die Zahl der neu registrierten Fälle. Die Neugründung des Büros in Brasilien 2017 hat auch dazu geführt, dass Brasilien nun weltweit an dritter Stelle steht, hinter den USA und Frankreich.

Ebenso war Zentral- und Westasien mit rund 15 Prozent ein Wachstumsmarkt. In Nordafrika stieg die Zahl der beteiligten Parteien von 55 auf 60 in 2018. In Nord- und Westeuropa gibt es einen moderaten Anstieg mit 468 beteiligten Parteien im Vergleich zu 428 in 2017.

Der ICC-Schiedsgerichtshof hat in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die auf eine schnelle, effiziente und günstige Durchführung von Schiedsverfahren abzielen. So werden die Regeln für beschleunigte Verfahren automatisch auf alle Schiedsverfahren mit einem Streitwert bis zwei Millionen US-Dollar angewendet, bei höheren Streitwerten steht das Verfahren den Parteien optional zur Verfügung. Zudem wurden am 1. Januar 2019 noch Ausführungshinweise zur Durchführung von Schiedsverfahren veröffentlicht, die das Case Management weiter verbessern. Dadurch sank die Verfahrensdauer signifikant.

Der ICC-Schiedsgerichtshof möchte sich regional vielfältiger aufstellen und insbesondere auch Asien und Afrika stärker einbeziehen. Daher wurden neue Initiativen mit dem Fokus auf der Seidenstraße sowie der Einbeziehung des afrikanischen Kontinents gegründet. Dies führt auch zu einer höheren Diversität bei den Schiedsrichtern. Die Anzahl der Frauen in Schiedsverfahren hat sich in den letzten drei Jahren nahezu verdoppelt von 136 im Jahr 2015 auf 273 in 2018.

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Dr. Katrin Rupprecht

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