In den ICC-Kommissionen mitarbeiten
Jedes Mitglied von ICC Germany kann Delegierte für die ICC-Kommissionen anmelden und sich so inhaltlich einbringen. Die Delegierten sind in den gesamten Informationsfluss eingebunden, bringen ihre Expertise in Stellungnahmen und Positionspapieren zu wichtigen wirtschaftspolitischen Themen ein und nehmen an Treffen mit Entscheidern aus Politik und internationalen Organisationen teil. Einen Überblick (in englischer Sprache) über die Mitarbeit in den Kommissionen können Sie hier als PDF herunterladen. Die verschiedenen Schwerpunkte und Themen der einzelnen Kommissionen finden Sie in der folgenden Übersicht:
Banktechnik und -praxis
Die ICC-Kommission für Banktechnik und -praxis (ICC Banking Commission) ist ein globales Forum zur Erstellung von Regelwerken für Banken und Unternehmen, vor allem im Bereich der Außenhandelsfinanzierung, sowie zur Unterstützung politischer Entscheidungsträger bei der Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen zur Erleichterung der Handelsfinanzierung weltweit. Zudem beschäftigt sie sich mit Fragen der Digitalisierung des Außenhandels, ICC Germany unterhält dazu eine eigene Arbeitsgruppe.
Vorsitzender
Florian Witt, Managing Director, Divisional Head, International Banking and Corporate Banking; Mitglied des Group Business Executive Committee, ODDO BHF (Deutschland)
Projekte 2026:
- Ausbau und Erweiterung des ICC Trade Registers, um diesen Datenpool als maßgebliche Quelle für Marktinformationen zu Handelsfinanzierungsprodukten für Banken, Investoren und Aufsichtsbehörden zu etablieren.
- Veröffentlichung neuer Leitlinien zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und zum Risikomanagement bei Handelsfinanzierungsgeschäften.
- Veröffentlichung von Leitlinien zur Anwendung der ICC-Bankregeln in Form von ICC Opinions und Technical Advisory Briefings und Positionierung dieser Leitlinien als vertrauenswürdige Quelle für Fachwissen im Bereich der Handelsfinanzierung.
- Verstärkung der Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, multilateralen Entwicklungsbanken und Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen.
- Prüfung des Notwendigkeit der Überarbeitung zentraler ICC-Bankregelwerke und Leitfäden (z. B. UCP600, ISBP, URDG758, URC522, ISDGP und URDTT sowie ICC eRules).
- Unterstützung der Einführung digitaler Prozesse gemäß den ICC-Bankregeln – unter anderem durch die Entwicklung und Implementierung standardisierter Anwendungsprogrammierschnittstellen (API). (in Zusammenarbeit mit der ICC Digital Standards Initiative)
- Beobachtung der sich entwickelnden Praktiken auf dem Handelsfinanzierungsmarkt, insbesondere bei der Entwicklung digitaler Vermögenswerte wie Stablecoins und Ledgern, sowie Förderung der Erstellung von Proofs of Concept und Pilotversuchen zwischen Mitgliedern.
- Ausweitung der Einführung und Akzeptanz der ICC-Prinzipien für nachhaltige Handelsfinanzierung (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Environment and Energy Commission)
- Sicherstellung einer angemessenen Kapitalbehandlung von Handelsfinanzierungsaktiva im Rahmen wichtiger gesetzgeberischer Initiativen bei gleichzeitigem Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zu den Bankenaufsichtsbehörden.
- Beobachtung und Entwicklung von Stellungnahmen zu relevanten vorgeschlagenen Rahmenwerken, die die Entwicklung der digitalen Handelsfinanzierung erleichtern, einschließlich der derzeitigen Arbeit der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht (UNCITRAL) zur Digitalisierung von begebbaren Frachtdokumenten. (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Commission on Commercial Law and Practices)
- Verringerung der globalen Handelsfinanzierungslücke in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern durch gezielte datenbasierte Interessenvertretung, Digitalisierungsinitiativen und verstärkte Nutzung datenbasierter Handelsfinanzierung.
Business Integrity
In der ICC-Kommission Business Integrity (ICC Global Business Integrity Commission) entwickeln Vertreter:innen der globalen Wirtschaft politische Empfehlungen und praktische Instrumente in den Bereichen Corporate Responsibility inklusive des Themas Menschenrechte und Wirtschaft sowie Korruptionsbekämpfung auf Basis einer globalen Wirtschaftsperspektive. Zu den ICC-Standards.
Gonzalo Guzman, Chief Counsel, Ethics & Compliance, Unilever (Vereinigtes Königreich)
Projekte 2026:
- Förderung der breiten Anwendung der überarbeiteten ICC-Regeln zur Korruptionsbekämpfung, einschließlich der aktualisierten ICC-Antikorruptionsklausel.
- Bekanntmachung der Empfehlungen des Berichts „Business Case for Integrity“, der von der ICC, dem Global Compact der Vereinten Nationen (UN) und Transparency International herausgegeben wurde, über das globale Netzwerk der ICC, bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und bei den Vereinten Nationen.
- Diskussionen und Untersuchungen zu Anwendungsfällen von KI, die die Integrität fördern, initiieren.
- Die Arbeit auf nationaler Ebene im Bereich der Unternehmensintegrität unterstützen, durch die Entwicklung und Stärkung des Austauschs von Best Practise.
- Die Beteiligung der Wirtschaft an wichtigen internationalen Prozessen und Plattformen für Integrität, Korruptionsbekämpfung und Normen für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln, unter anderem bei den Vereinten Nationen und der OECD, vorantreiben.
- Wichtige Prozesse im Zusammenhang mit Wirtschaft und Menschenrechten verfolgen.
Digitale Wirtschaft
Die ICC-Kommission Digitale Wirtschaft (ICC Commission on Digital Economy) arbeitet an Strategien und Instrumenten, um Unternehmen weltweit zu helfen, die Vorteile der digitalen Wirtschaft und eines sicheren und offenen Internets zu nutzen. Experten aus allen Sektoren und Regionen des globalen Netzwerks der ICC entwickeln politische Positionen und Empfehlungen zu Themen aus den Bereichen Internet und Telekommunikation, Privatsphäre und Datenschutz, Sicherheit und digitaler Handel. Sie führt diese Arbeit im Auftrag von Nutzern, Anbietern und Betreibern von Informationstechnologie durch.
Vorsitzender
Rene Summer, Director, Government and Policy Advocacy Group, Ericsson (Schweden)
Projekte 2026:
- Maßnahmen zur Verringerung der regulatorischen Fragmentierung und zur Förderung der Interoperabilität in Fragen der Digitalpolitik– unter anderem in Bezug auf Daten, KI und Cybersicherheit –, um ein günstiges Umfeld für den globalen Handel, Innovationen und grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten zu schaffen.
- Einsatz für eine stärkere Cybersicherheit, eine verbesserte internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität und sichere grenzüberschreitende Datenströme, um eine vertrauenswürdige digitale Wirtschaft aufzubauen, in der kleine und mittlere Unternehmen wachsen können.
- Förderung der Entwicklung global interoperabler politischer Rahmenbedingungen, um einen „vertrauensvollen freien Datenfluss“ zu ermöglichen, wobei der Schwerpunkt auf der Schnittstelle zwischen Daten- und Handelspolitik liegt.
- Eintreten für politische und governancebezogene Rahmenbedingungen, die die regionale und globale Angleichung von Vorschriften fördern und einen sinnvollen und inklusiven Zugang zu bestehenden und neuen Technologien ermöglichen.
- Führung des Engagements der Wirtschaft in zwischenstaatlichen Diskussionen über die künftige Governance des Internets und digitaler Technologien in Zusammenarbeit mit der Initiative „ICC Business Action to Support the Information Society” (ICC BASIS).
Geistiges Eigentum
In der ICC-Kommission Geistiges Eigentum (ICC Commission on Intellectual Property) diskutieren Vertreter:innen der globalen Wirtschaft Themen rund um den Einsatz für ein effizientes IP-Management (Urheberrechte und gewerbliche Schutzrechte wie Patente und Marken, Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie), um den internationalen Handel und Investitionen in Innovation zu fördern sowie eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Die ICC arbeitet eng mit der WIPO zusammen. Übersicht zu aktuellen Themen wie IP & Datenschutz, IP & KI in der IP-Roadmap der ICC.
Vorsitzender
Vishal Amin, Head of IP Policy, Intel Corporation (USA)
Projekte 2026:
- Zusammenarbeit mit führenden Programmen der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), um ein innovationsfreundliches Umfeld für Unternehmen zu gewährleisten.
- Unterstützung der Einführung von Instrumenten, die kleinen Unternehmen helfen, ihre geistigen Eigentumsrechte besser zu nutzen – in Zusammenarbeit mit der WIPO.
- Monitoring und Weiterentwicklung von Möglichkeiten zum Engagement sowie von Tools zur Unternehmensförderung im Zusammenhang mit neuen IP-Themen wie Künstlicher Intelligenz.
- Bewertung, wie der ICC IP Roadmap auf neue politische Entwicklungen und Branchentrends reagieren kann.
- Engagement der Wirtschaft in den UN-Verhandlungen zur biologischen Vielfalt über Rahmenwerke für den Vorteilsausgleich an der Schnittstelle von Forschung, Innovation und Erhaltung der Biodiversität führen (in Zusammenarbeit mit ICC Global Environment and Energy Commission).
Handelsrecht und -praxis
In der ICC-Kommission für Handelsrecht und -praxis (ICC Commission on Commercial Law and Practice) werden globale Standards für internationale B2B-Transaktionen erarbeitet und Handelsregeln, die von internationalen Organisationen entwickelt werden, kommentiert. Das bekannteste Regelwerk sind die Incoterms.
Vorsitzender
Christoph Martin Radtke, Of Counsel, Fiducial Lamy Avocats (France)
Projekte 2026:
- Entwicklung und Test praxisnaher Tools zur Stärkung der effektiven Anwendung der ICC Incoterms® in Unternehmen weltweit
- Beginn der Überarbeitung der Incoterms® als Grundlage für die Incoterms® 2030.
- Aktualisierung und Erweiterung der ICC-Modellverträge und -Klauseln, um neuen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden.
- Beobachtung der Entwicklung neuer Technologien, um Möglichkeiten für die Erleichterung der effektiven Nutzung der ICC-Tools und -Standards in einem zunehmend digitalisierten Handelsökosystem zu identifizieren.
- Zusammenarbeit mit privatrechtlichen zwischenstaatlichen Organisationen zur Entwicklung von Mustervertragsformulierungen und -praktiken.
- Förderung der Modernisierung rechtlicher Rahmenbedingungen, um die Digitalisierung grenzüberschreitender Handelsprozesse zu ermöglichen. (in Zusammenarbeit mit der ICC Digital Standards Initiative)
Handels- und Investitionspolitik
In der ICC-Kommission Handels- und Investitionspolitik (ICC Commission on Trade and Investment Policy) diskutieren Vertreter:innen der globalen Wirtschaft Themen zur Förderung des grenzüberschreitenden Handels, von Direktinvestitionen und der Liberalisierung der weltweiten Märkte. Dazu gehören Empfehlungen für die WTO und die G20/B20, die Förderung eines umfassenden Investitionsschutzes, die Auswirkungen von Gesetzen mit exterritorialer Anwendung auf Handel und internationale Investitionen sowie die Erarbeitung von Positionspapieren zum digitalen Handel und Nachhaltigkeit.
Vorsitzende:
Sahra English, Managing Director of Global Government Affairs, Citi (USA)
Projekte 2026:
- Stärkung des globalen Verständnisses für den Wert eines offenen, regelbasierten Handelssystems und der Bedeutung der Handelsliberalisierung für das Wachstum.
- Vorschläge zur Wiederbelebung des globalen Handelssystems identifizieren, gestalten und vorantreiben, um sicherzustellen, dass die Prioritäten, Perspektiven und Lösungen des Privatsektors in multilaterale Handelsgespräche einfließen.
- Interessenvertretung der Wirtschaft in vorrangigen Handelsfragen im Vorfeld der 14. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO), einschließlich zu WTO-Reform und des WTO-Moratoriums für Zölle auf elektronische Übertragungen.
- Einbringen von Erkenntnissen aus der Wirtschaft, um hochwertige Ergebnisse bei der Festlegung von Regeln für den digitalen Handel, einschließlich des Datenverkehrs, zu erzielen. (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Digital Economy Commission)
- Globale Debatte zu handelspolitischen Reformen und der Harmonisierung von Regeln und Standards zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele vorantreiben, einschließlich der Bereiche CO2-Grenzausgleich und Kreislaufwirtschaft, sowie durch die Entwicklung von Ecoterms.
- Förderung offener und transparenter grenzüberschreitender Investitionen, gestützt durch gute Regulierungspraktiken, mit Schwerpunkt auf Entwicklungsfinanzierung und Maßnahmen gegen Risiken, die legitime Investitionsströme einschränken könnten.
Marketing und Werbung
In der ICC-Kommission Marketing und Werbung (ICC Commission on Marketing and Advertising) diskutieren Vertreter der globalen Wirtschaft Themen zur Förderung von hohen ethischen Standards und der Selbstregulierung durch die ICC-Marketingkodizes sowie die Ausarbeitung von Stellungnahmen im Bereich Marketing, Werbung und Verbraucherschutz.
Vorsitzende
Alice Himsworth, Senior Counsel, Google (Großbritannien)
Projekte 2026:
- Durchführung einer umfassenden globalen Sensibilisierungskampagne zur Förderung der 11. Ausgabe des ICC-Werbe- und Marketingkodex, einschließlich der Verwendung verschiedener Sprachfassungen, um neue Zielgruppen zu erreichen.
- Die Kampagne dafür nutzen, um Regionen ohne bestehende Selbstregulierungsgremien zu erreichen und so eine breitere Akzeptanz und Unterstützung des neuen ICC-Werbe- und Marketingkodex sicherzustellen.
- Förderung bzw. Aktualisierung der bereits bestehenden ICC-Rahmenwerke zu Umweltaussagen, Lebensmitteln und Getränken und Alkohol sowie der neu entstehenden Leitlinien zu Künstlicher Intelligenz, um so die globale Angleichung und praktische Umsetzung zu unterstützen.
- Vorantreiben neuer globaler Leitlinien zu verantwortungsvollen Werbepraktiken für schutzbedürftige Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, mit einem besonderen Fokus auf irreführender Werbung und Betrug.
- Die anhaltende Relevanz der Selbstregulierung in der Werbung hervorheben, insbesondere für Themen, die für politische Entscheidungsträger:innen und Verbraucher:innen von wachsendem Interesse sind, wie Influencer-Marketing, Umweltaussagen und der Einsatz neuer Technologien.
- Beobachtung wichtiger internationaler Entwicklungen und Normungsprozesse, die für Werbung und Marketing relevant sind, um die Integrität der Selbstregulierungsrahmen zu gewährleisten.
Schiedsgerichtsbarkeit und alternative Streitbeilegung
In der ICC-Kommission Schiedsgerichtsbarkeit und alternative Streitbeilegung (ICC Commission on Arbitration and ADR) werden Regeln und Richtlinien zur ICC-Schiedsgerichtsbarkeit, Mediation und andere Instrumente der Streitbeilegung durch Vertreter der globalen Wirtschaft erarbeitet bzw. weiterentwickelt. Sie begleitet die Arbeit des ICC-Schiedsgerichthofs inhaltlich. Mehr zu aktuellen Schiedsthemen in deutscher Sprache und weitere Informationen.
Vorsitzende
Mélanie van Leeuwen, Derains & Gharavi (Niederlande)
Deutsche Delegierte (Stand Sept. 2024):
Marcus Baum – KUHN CARL NORDEN BAUM RECHTSANWÄLTE PARTG MBB
Christian Borris – BORRIS HENNECKE KNEISEL
Joachim Drude – DRUDE
Arne Fuchs – ASHURST LLP
Richard Happ – LUTHER RECHTSANWALTSGESELLSCHAFT MBH
Robert Hunter – OSBORNE CLARKE
Justus Jansen – GSK STOCKMANN
Boris Kasolowsky – FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER
Moritz Keller – CLIFFORD CHANCE DEUTSCHLAND LLP
Natalie Kirchhofer – COHAUSZ & FLORACK
Roland Kläger – HAVER & MAILÄNDER
Christiane Lenz – QIVIVE RECHTSANWALTS GMBH
Simon C. Manner – MANNER DISPUTES
Anna Masser – A&O SHEARMAN
Mathäus Mogendorf – HENGELER MUELLER
Patricia Nacimiento – HERBERT SMITH FREEHILLS KRAMER
Vanessa Pickenpack – OPPENHOFF & PARTNER
Karl Pörnbacher – HOGAN LOVELLS INTERNATIONAL LLP
Felix Prozorov-Bastians – GVW GRAF VON WESTPHALEN
Anke Sessler – SKADDEN, ARPS, SLATE, MEAGHER & FLOM
Matthias Schlingmann – CMS HASCHE SIGLE
Kirstin Schwedt – SCHWEDT DISPUTE RESOLUTION
Ben Steinbrück – SZA SCHILLING, ZUTT & ANSCHÜTZ
Stephan Wilske – GLEISS LUTZ
Corporate-Mitglieder:
Jan-Michael Ahrens – SIEMENS AG
Karsten Grillitsch – ROBERT BOSCH GMBH
Angela Kölbl – MERCEDES-BENZ GROUP AG
Thorsten Schröter – HOCHTIEF INFRASTRUCTURE GMBH
Almuth Vorndran – RWE AG
Head of National Arbitration Commission:
Glenn Baumgarten – DEUTSCHE TELEKOM AG
ICC Court-Mitglieder:
Antje Baumann – BAUMANN RESOLVING DISPUTES
Markus Burianski – WHITE & CASE LLP
Rolf Trittmann – ROTHORN LEGAL
Mitglieder in Task Forces:
Thomas Grützner – LATHAM & WATKINS
Anita Schiefer – SIEMENS ENERGY
Steuerfragen
In der ICC-Kommission für Steuerfragen (ICC Commission on Taxation) diskutieren Vertreter:innen der globalen Wirtschaft Themen zum Abbau von Hindernissen im grenzüberschreitenden Handel durch transparente und nicht-diskriminierende Besteuerung von Auslandsinvestitionen und Gewinnen. Die ICC setzt sich u.a. für eine kohärente und koordinierte nationale Umsetzung des BEPS-Projektes und seiner Folgeberatungen bei G20/OECD für ein weltweit einheitliches Steuersystems ein. Sie bringt zudem die Wirtschaftssicht in die Arbeit des UN-Sachverständigenausschusses für internationale Zusammenarbeit in Steuerfragen ein.
Vorsitzender
John Connors, Senior Tax Counsel, Vodafone (Vereinigtes Königreich)
Projekte 2026:
- Bereitstellung von Erkenntnissen aus der Wirtschaft zur Gestaltung praktikabler internationaler Steuerreformen im Rahmen des neuen UN-Steuerrahmenübereinkommens und des inklusiven Rahmens der OECD, wobei der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit von Steuersicherheit, internationaler Koordinierung, vereinfachten globalen Steuervorschriften und reduzierten Compliance-Anforderungen liegt.
- Führung des Engagements der Wirtschaft in wichtigen regionalen Foren, die das Potenzial haben, internationale Steuernormen zu gestalten, darunter die Plattform für Besteuerung in Lateinamerika und der Karibik sowie die Plattform der EU-Kommission für gute Steuerpolitik.
- Eintreten für die Umsetzung robuster Mechanismen zur Vermeidung und Beilegung von Steuerstreitigkeiten.
- Vorantreiben der internationale Debatte über die angemessene steuerliche Behandlung von grenzüberschreitenden Telearbeitern in einer Welt nach der Pandemie.
- Unterstützung der Unternehmen bei der Navigation durch das Verhältnis zwischen Steuerpolitik, Nachhaltigkeitspolitik und ESG-Berichterstattung, einschließlich der Erstellung eines neuen Berichts über die Rolle der Besteuerung bei der Umsetzung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung. (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Environment & Energy Commission)
Umwelt und Energie
In der ICC-Kommission Umwelt und Energie (ICC Commission on Environment and Energy) entwickeln Vertreter:innen der globalen Wirtschaft politische Empfehlungen und Instrumente zu zentralen umwelt- und energiepolitischen Themen wie Klimawandel, Green Economy und Nachhaltige Entwicklung. Aktuelle Themen sind die Begleitung der UN-Klimakonferenzen als Focal Point der Wirtschaft, SDGs, Sustainable Finance und Nachhaltigkeit.
Vorsitzender
Rob Cameron, Global Head of ESG Engagement, Nestle (Schweiz)
Aus Deutschland:
Stellvertretende Vorsitzende
Helga Flores Trejo, Special Envoy Multilateral Affairs & Sustainability, Bayer AG
Projekte 2026:
- Einbringen von Fachwissen aus der Wirtschaft in die entscheidenden Verhandlungen der UN-Klimarahmenkonvention im Vorfeld der UN-Klimakonferenz (COP31).
- Förderung von Unternehmensinitiativen zur Unterstützung der Entwicklung wirksamer, integritätsstarker grenzüberschreitender Kohlenstoffmärkte, unter anderem gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens, und Einsatz für die Harmonisierung und wirksame Gestaltung von Mechanismen zum grenzüberschreitenden Kohlenstoffausgleich. (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Trade and Investment Commission und ICC Global Taxation Commission)
- Prüfung weiterer Wege zur Erschließung privater Klimafinanzierung in Schwellen- und Entwicklungsländern, unter anderem durch eine präzise Klärung und Reform der aufsichtsrechtlichen Vorschriften.
- Das Engagement der Wirtschaft in wichtigen internationalen Umweltprozessen vorantreiben, einschließlich der Bemühungen um den Abschluss eines wirksamen internationalen Übereinkommens zur Eindämmung der Plastikverschmutzung.
- Erkenntnisse aus der Wirtschaft zu aktuellen Themen an der Schnittstelle zwischen Nachhaltigkeit und wichtigen politischen Entwicklungen in Bereichen wie künstliche Intelligenz, grüne Infrastruktur und zirkuläre Lieferketten bereitstellen. (in Zusammenarbeit mit der ICC Global Digital Economy Commission)
- Entwicklung und Umsetzung eines Fahrplans für ein zentralisiertes globales Datenzentrum zu Mineralienströmen und Auswirkungen der Energiewende, um die Transparenz zu erhöhen und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
- Förderung des Austauschs über die Umsetzung des Globalen Rahmenwerks für die biologische Vielfalt im Vorfeld der Konferenz der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (COP17).
- Unterstützung von ICC-Initiativen, die sich auf die Förderung der Nachhaltigkeit und Klimaschutzmaßnahmen von kleinen und mittleren Unternehmen konzentrieren.
Wettbewerbsrecht und -praxis
In der ICC-Kommission Wettbewerbsrecht und -praxis (ICC Commission on Competition) diskutieren und kommunizieren Vertreter:innen aus Unternehmen weltweit die Positionen der globalen Wirtschaft bei der Formulierung und Implementierung von Wettbewerbsrecht und -politik.
Vorsitzender
Paola Pugliese, Partner, Lefosse (Brasilien)
Projekte 2026:
- Unternehmen dabei unterstützen, sich in den zunehmend komplexen politischen Ansätzen im Bereich ausländischer Subventionen zurechtzufinden.
- Mit Hilfe des aktualisierten ICC Antitrust Compliance Toolkit die Konvergenz der Kartellbehörden hinsichtlich der Kriterien für und der Anerkennung von glaubwürdigen Kartellrechts-Compliance-Programmen bei Kartellentscheidungen und Sanktionen fördern.
- Eine grundlegende Veränderung der Kartellpolitik herbeiführen, um eine unverzichtbare Zusammenarbeit der Industrie zur Erreichung globaler Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu ermöglichen, wobei der Schwerpunkt auf wichtigen Rechtsordnungen in Asien, Nordamerika und Lateinamerika liegt.
- Förderung einer stärkeren Harmonisierung der nationalen Fusionskontrollregelungen, um mehr Sicherheit und Vorhersehbarkeit für international tätige Unternehmen zu schaffen.
- Aufnahme von Gesprächen mit Wettbewerbsbehörden, um wettbewerbswidrige Praktiken zu untersuchen, die sich aus verschiedenen nationalen Gesetzen zur Digitalisierung und künstlichen Intelligenz ergeben.
Zölle und Handelserleichterung
Dazu zählen die Umsetzung des WTO-Handelserleichterungsabkommens (TFA) sowie die Arbeit der Globalen Allianz für Handelserleichterungen, bei der die ICC Teil des Sekretariats ist, die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Weltzollorganisation (WCO) zu Themen wie Zollwertbestimmung, Klassifizierung von Waren, Handelserleichterungen sowie Ursprungsregeln und Empfehlungen zu zollrechtlichen Aspekten beim elektronischen Handel, Vertretung der Wirtschaftsinteressen bei der Arbeit der WCO E-Commerce Working Group. Zudem werden Lieferkettenaspekte und Transport und Logistik umfasst.
Vorsitzender
John Bescec, Director of Customs and Trade Affairs, Microsoft (Kanada)
Aus Deutschland:
Stellvertretender Vorsitzender
Dr. Mahmut Kobal, Group Head of Customs and International Trade, Beiersdorf AG
Projekte 2026:
- Bereitstellung von Erkenntnissen aus der Wirtschaft in wichtige Arbeitsbereiche der Weltzollorganisation (WCO), einschließlich Bewertungsmethoden (d. h. Verrechnungspreise) und Produktklassifizierungen des Harmonisierten Systems.
- Bewältigung von Herausforderungen im Zusammenhang mit Ursprungsregeln durch die Förderung praktischer Lösungen, die Förderung der Konvergenz und die Unterbreitung wirtschaftsorientierter Empfehlungen.
- Übernehmen einer Vordenkerrolle bei der Bewältigung neuer Herausforderungen für nationale Zollbehörden in Bereichen wie Klimagrenzmaßnahmen, Kreislaufwirtschaft, E-Commerce und Digitalisierung.
- Sich für verbesserte „Trusted Trader”-Programme einsetzen, unter anderem durch die Förderung der Beteiligung kleinerer Unternehmen.
- Wichtige Herausforderungen im Bereich der Handelserleichterungen innerhalb identifizieren und koordinierte globale Interessenvertretung fördern.
Arbeitsweise
ICC-Mitglieder (Unternehmen, Verbände, IHKs, Kanzleien, persönliche Mitglieder) aus über 100 Ländern sind in den Kommissionen durch Delegierte vertreten. Zweimal im Jahr finden Kommissionssitzungen statt. In den Kommissionen werden Stellungnahmen zu wichtigen wirtschaftspolitischen Themen erarbeitet und mit Entscheidern aus internationalen Regierungsorganisationen diskutiert.
ICC Germany koordiniert die Interessen der deutschen Delegierten, die sicherstellen, dass die für die deutsche Wirtschaft wichtigen Themen behandelt und die Positionen der deutschen Seite berücksichtigt werden. Ziel ist es, Regelungen zu verabschieden, die international anerkannt und länderübergreifend anwendbar sind. Die Delegierten sind in diesen Prozess unmittelbar eingebunden, bringen ihre Expertise in die Kommissionsarbeit ein und erhalten frühzeitig einen Einblick in künftige internationale Entwicklungen.
Sie sind an einer Mitarbeit interessiert?
Sprechen Sie uns gern an! Falls Ihre Organisation bzw. Ihr Unternehmen noch kein Mitglied bei ICC Germany ist, dann finden Sie hier gute Gründe, warum eine Mitgliedschaft für Sie interessant sein kann.
Ich bin an einer Kommissionsmitgliedschaft interessiert
